Woran erkenne ich einen guten Chef?

Einen guten Chef erkennt man an zwei Dingen: An seinem Kalender und seinem Mindset.

1. Sein Kalender

So wie ein guter Unternehmer immer mehr AM Unternehmen arbeiten sollte als IM Unternehmen, so sollten gute Chefs auch immer mehr AM Team arbeiten als IM Team. Und das Arbeiten AM Team hinterläßt Spuren in seinem Kalender:

  • Er hat regelmäßige Termine mit seinem Team, in denen es nur um das Miteinander und die gemeinsame Vision geht. Was könnte man im Team besser machen um die Vision zu erreichen? Was läßt man in Zukunft, weil es eben nicht der Vision dient?
    Und weil der Chef immer ein wichtiger Erfolgsfaktor ist,  erfragt der Chef auch seine Leistung: Was kann er tun, damit es im Team besser läuft?
    Und er setzt die Punkte aus diesen Terminen um. Tut er das nicht, sind solche Termine „tot“ durch faktisches Desinteresse des Chefs.

  • Er hat regelmäßige Termine mit jedem einzelnen Mitarbeitenden. Nicht nur zum Jahresgespräch. Er versucht dabei vorsichtig herauszufinden, ob der Mitarbeitende noch zufrieden ist mit seinem Job und mit seinem Chef.
    Er sucht dabei auch das Gespräch über Dinge, die über die Arbeit hinausgehen. Er kennt daher die Hobbys und Familienverhältnisse, weiß, dass die Tochter von Herrn Müller gerade im Abistreß ist oder dass Frau Schulz gerade ein Pflegeheim für die Mutter sucht. So etwas hilft, um sich gegenseitig zu verstehen. Das geht übrigens nur, wenn der Chef selbst auch etwas von seinem Leben preisgibt. Ein ehrliches Interesse ist niemals eine Einbahnstraße.


2. Sein Mindset

Sein Mindset wird am geringen „Arschlochfaktor“ sichtbar:

  • Ein guter Chef betreibt eine offene und ehrliche Kommunikation. Ziel der Kommunikation ist immer das Wachstum der Mitarbeitenden, niemals deren Herabwürdigung. 
  • Feedbackrunden, die sehr schweigsam verlaufen, sind Zeichen von Resignation oder Angst im Team. Kein Zeichen dafür, dass alles in Ordnung ist. 
  • Ein guter Chef profiliert sich niemals auf Kosten seines Teams.
  • Ein guter Chef gibt Fehler zu.
  • Ein guter Chef sucht bei Problemen immer erst die Lösung, dann eine Vermeidungsstrategie für die Zukunft. Aber nur bei ständiger Wiederholung einen Schuldigen.
  • Ein guter Chef stellt nur Mitarbeitende ein, die in ihrem Fachgebiet besser sind als der Chef. Und hört dann auch auf sie. Darum hat ein guter Chef auch nicht auf jede Frage eine Antwort, sondern fragt zumeist: "wie würden Sie das regeln?“. Darum kann sich ein guter Chef auch nie über sein unfähiges Team beklagen.
  • Ein guter Chef fordert sein Team immer wieder mit anspruchsvollen Aufgaben heraus - aber niemals ohne Unterstützung und Rückendeckung.
  • Ach ja, Urlaubszeit: Ein guter Chef kann auch mal drei Wochen in den Urlaub fahren, ohne permanent mit seinem Team in Verbindung zu stehen. Sein Team funktioniert vorübergehend auch ohne ihn.

Frank Feldhaus

Über den Autor

Berater für Führung und Organisation. Ärgert sich über alles was nicht funktioniert. Weiß aber, dass Perfektion schrecklich langweilig ist und dass wir Probleme brauchen, um daran zu wachsen. Ein ewiger Widerspruch...

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