Humorlosigkeit nervt

„Arbeit macht keine Freude; Ergebnisse machen Freude, aber nur gelegentlich.“

Dieses Zitat stammt aus dem Buch „Führen, Leisten, Leben“ von Fred Malik, das gerne als Standardwerk der Managementliteratur gesehen wird – am liebsten natürlich vom Autor selbst.
Aber will ich so arbeiten? Will ich einen Chef wie Malik haben? Will ich gar so sein? NEIN, NEIN und nochmals NEIN!!!!

Jeder von uns weiß, wie angenehm wir fröhliche und humorvolle Menschen um uns herum empfinden. Und wie sehr sie die Atmosphäre um sich herum aufklaren. Und dennoch gibt es Stimmen, die Humor und Beruf für unvereinbar definieren.Ich habe ich meiner unmittelbaren Nachbarschaft zwei Bäckereien. Bäckerei „Lustlos“ (Name von der Redaktion geändert) mit einem tollen Sortiment, Bäckerei „Fröhlich“ mit eher unauffälligem Sortiment.
Aber „Fröhlich“ hat wunderbare Verkäuferinnen, die bereits um 6:00 Uhr freundlich und aufgeschlossen sind, die untereinander und mit den Kunden lachen. Ergebnis: hier macht sogar Samstag morgen das Schlangestehen Spaß (ok, vielleicht nicht um 6:00 Uhr…). Das ganze Geschäft ist erfüllt mit angeregten Gesprächen, Lachen und einfach nur guter Laune.
Bei „Lustlos“ ein komplett anderes Bild. Hier stehen alle Kunden schweigsam bis sie an der Reihe sind. Man wird bedient – mehr aber auch nicht. Der ganze Laden ist still! Ich komme nur her, weil sie eine spezielle Brötchensorte haben.
Man stelle sich jetzt vor, Bäcker „Fröhlich“ würde sein Sortiment erweitern! Ich würde nie wieder zur Bäckerei „Lustlos“ gehen müssen. Einkaufen würde Spaß machen!

Ähnliche Prinzipien kennen wir alle sicherlich auch von Empfangsstellen in Unternehmen oder Telefonzentralen. Das sind wirksamste Visitenkarten der Unternehmen. Lustlose oder humorlose Menschen an diesen Stellen können Aufwände für Unternehmensleitbilder und Verkaufsschulungen in Sekundenbruchteilen pulverisieren!

Humor hat nichts mit Blondinenwitzen oder „Verstehen Sie Spaß“-Videos zu tun. Es geht dabei nicht um abschätzigen Humor wie bei Oliver Pocher oder blanken Sarkasmus wie bei Harald Schmidt. Diese Art von Humor kann extrem verletzend sein, ist menschenverachtend und hat in Unternehmen nichts zu suchen.
Es geht beim Humor vielmehr um Wertschätzung und Anerkennung des Mitmenschen. Es geht nicht darum, über andere zu lachen, sondern mit anderen. Es geht um das Augenzwinkern in der Kommunikation.

Humor bedingt aber eines: Stärke! Nur wer stark ist kann auch über sich lachen. Humor zeigt: Ich bin nicht perfekt, aber ich stehe zu meinen „Macken“ und kann darüber lachen. Humor ist ein Zeichen sozialer Kompetenz.

Humor hat viele positive Auswirkungen:

  • Kritik mit einem Augenzwinkern nimmt ihr die Schärfe, nicht aber die Wirkung.
  • Humor stärkt den Teamgeist, weil man Freude miteinander hat.
  • Humor kann Konflikte glätten und Brücken zwischen unterschiedlichen Standpunkten bauen.
  • Humor fördert die Kreativität und steigert damit die Produktivität. Bei Kreativität geht es darum, vorhandene Grenzen zu überschreiten, vorhandene Pfade und Denkmuster hinter sich zu lassen. Dabei hilft Humor, weil Humor die Distanzierung zu einem Problem und damit einen Perspektivwechsel ermöglicht.
  • Kundenbeziehungen werden durch freundliche und humorvolle Mitarbeiter wesentlich gestärkt. Es geht dann nämlich nicht mehr nur um ein tolles Produkt, sondern um eine echte zwischenmenschliche Beziehung.
  • Humor bringt eine positive Einstellung, macht offen, entspannt, weniger ängstlich und damit leistungsfähiger.
  • Mitarbeiter sind weniger krank, wenn sie sich bei der Arbeit wohl fühlen.

Für mich ist es das schönste Kompliment für eine gelungene Zusammenarbeit mit Kunden, wenn mir der Kunden sagt „es hat Spaß gemacht!“. So soll es sein!

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