Aufgabenverfolgung und Notizen: warum analog manchmal besser ist

Ich habe ja bereits öfter über die Tools geschrieben, mit denen ich meine Aufgaben notiere und verfolge. Meist hat sich das auf dem iPad oder meinem Macbook abgespielt. Aber ich merke an mir, dass diese tollen Tools nicht wirklich ein geliebter Bestandteil meines Workflows geworden sind. Ich komme zumindest in Besprechungen immer wieder auf eine ganz alte Methode der Aufgabenverfolgung zurück: mein gutes, altes Notizbuch.

Ich liebe einfach die Haptik und Flexibilität meines Notizbuchs. Alles geht schnell. Ich kann schriftliche Notizen machen und zwischendurch etwas zeichnen. Klar, das geht beispielsweise bei GoodNotes auf dem iPad ebenso. Aber ich bin auf dem Papier einfach schneller. Und ich habe noch keinen Stift gefunden, mit dem ich auf dem iPad vernünftig schreiben kann. Entweder ist die Spitze zu dick und ich habe einen zu hohen Widerstand des Stifts auf der Glasfläche, oder aber die Spitze ist zu dünn und ich habe einen zu geringen Widerstand beim Schreiben. Hinzu kommt wahrscheinlich auch, dass ich einfach gerne schreibe und zeichne. Ich nutze übrigens ein Leuchtturm-Notizbuch, Format A5, 120 gepunktete Seiten und flexiblem Einband.

Es gibt sogar eine wissenschaftliche Untersuchung, die zeigt, dass Menschen, die handschriftliche Notizen machen, den notierten Inhalt besser wahrnehmen als Menschen, die Notizen auf einem Notebook festhalten.

Für mich kommt noch ein wesentlicher Faktor hinzu: Weniger Ablenkung. Ich brauche mir bei meinem Notizbuch keine Gedanken darüber machen, welche App ich für welchen Zweck in benutze und wie ich vom Schreibmodus in den Zeichenmodus komme. Und selbst in den langweiligsten Meetings komme ich nicht in die Versuchung, mal kurz Emails zu checken oder meinen Rekord in „Crossy Roads“ zu brechen (ok, das könnte auch ein Nachteil sein…).

Klar, ein Notizbuch hat Nachteile. Besonders das Übertragen von offenen Aufgaben in ein neue Notizbuch ist nervig (führt aber auch immer dazu, dass ich einige lang mitgeschleppte Aufgaben endlich erledige oder ganz streiche). Die Stichwortsuche funktioniert auch nicht (geht aber zumindest bei handschriftlichen Notizen auf dem iPad auch nicht – dafür scheint meine Handschrift nicht kompatibel zu sein). Und für den Anschluss an einen Beamer habe ich auch noch keine Lösung gefunden. Dafür leert sich nie der Akku und ich kann es auch noch benutzen, wenn ich mal wieder eine Kaffeetasse über den Besprechungstisch gekippt habe – es muss nur lange genug trocknen. Und ich hatte noch kein Notizbuch, das nach dem Runterfallen nicht mehr funktionierte (Glück gehabt…). Jede volle Seite wird übrigens von mir mit einer Scanner-App (Scanner Pro) abfotografiert und als PDF gespeichert.

Wie dem auch sei, ich zeige hier einfach mal, wie ein „altmodisches“ Notizbuch funktionieren kann. Das funktioniert bei mir seit mehr als 10 Jahren. Pro Jahr fülle ich so ca. 2 der genannten Notizbücher. Hoffentlich können Sie meine Handschrift besser lesen als die OCR-Funktion von GoodNotes…

Beispiel Notizbuch 2

Das aktuelle Tagesdatum kommt immer oben auf die Seite an den äußeren Rand.
Wiedervorlage-Daten kennzeichne ich mit einem Rechteck.
Delegiere ich eine Aufgabe, kennzeichne ich die Initialen ebenfalls in einem Rechteck.

Wie ist das bei ihnen? Nutzen sie noch Notizbücher, oder sind sie ganz „digital“?

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