4 Tipps für sinnerfülltes Arbeiten

Unsere Suche nach Sinn

In der westlichen Welt suchen wir nach Sinn. Unser tägliches Tun scheint vielen entfremdet, fremdbestimmt und nicht „unsers“. Ein Job mit Sinn ist daher wie der Heilige Gral der Selbstverwirklichung. Alle streben danach, die wenigsten finden ihn – aber alle behaupten, es gäbe ihn. Viele Menschen klagen über ihren sinnlosen Job, über das Hamsterrad, in dem sie festsitzen. Sinnvolle Arbeit machen immer nur die anderen. Wenige werden sogar zu Aussteigern, um mal „etwas sinnvolles“ zu tun – und wir stehen staunend daneben und wünschen uns, auch den Mut dazu aufzubringen.

Aber wo finden wir den sinnvollen Job? Und: Ist das überhaupt die richtige Frage?

In unseren Köpfen gibt es Jobs, die per Definition Sinn haben:
Arzt sein scheint sinnvoll. Aber sprechen Sie mal mit einem Arzt in einem Krankenhaus: Er verbringt mehr Zeit für Bürokratie als für Patienten. Durch Mehrfachschichten ist er körperlich und geistig so ermattet ist, dass er Fehler macht. Ihm geht der ganze Klinikbetrieb auf die Nerven, weil es nicht mehr um den Menschen geht – das war nämlich sein Wert, der ihn bei der Berufswahl und während des Studiums angetrieben hat.
Entwicklungshelfer sein scheint sinnvoll. Aber sprechen Sie mal mit einem, der Brunnen gräbt, die in 2 Monaten schon wieder verstopft sind, weil sich niemand dafür verantwortlich fühlt. Der den Hunger von Menschen stillt und doch weiß, dass manche Dritte-Welt-Länder unermesslich reich sind, aber der Reichtum nicht bei der Bevölkerung ankommt, sondern nur bei einer korrupten Oberschicht. Er spürt, dass seine Arbeit eigentlich nur die Korruption einer Regierung ausgleicht.

Und dann stand ich neulich an der Aldi-Kasse. Die Kassiererin war ansteckend fröhlich, schenkte jedem Kunden ein Lächeln und ein freundliches Wort. Als ich sie darauf ansprach sagte sie, dass das für sie der Sinn ihrer Arbeit sei: Jeden Menschen mit Freundlichkeit zu begegnen, ihnen mit Gutem zu begegnen, so dass sie den Supermarkt fröhlicher verließen als sie gekommen waren.
Hat bei mir geklappt!

Ist Sinn also nur eine Sache der Perspektive?

Martin Luther King wird dazu folgendes Zitat zugeschrieben:
“Welcher Arbeit Sie auch in Ihrem Leben nachgehen, machen Sie sie gut. Wenn Ihre Aufgabe darin besteht, die Straßen zu fegen, dann fegen Sie, wie Michelangelo malte, wie Shakespeare Gedichte schrieb und wie Beethoven komponierte. Fegen Sie die Straßen so, dass alle die himmlischen und auch die irdischen Heerscharen innehalten und sagen: Er lebte als ein großer Straßenfeger und er hat seine Arbeit gut gemacht.”

Ich habe ein mittelständisches Unternehmen als Kunden. Dieses Unternehmen ist geprägt von einer Person. Eine Begegnung mit ihm lässt mich augenblicklich innerlich anhalten. Ich fühle mich wahrgenommen und wertgeschätzt. Er versucht, mir mein Ankommen so angenehm wie möglich zu machen. Wenn ich irgendein Problem habe: Ihn kann ich fragen! Wenn ich das Unternehmen verlasse, freue ich mich schon wieder auf das nächste Mal. Dieser Mann ist eine echte Wohltat. Es ich der Pförtner. Eine wundervolle Visitenkarte für das Unternehmen!

Das Handwerk hat vor ein paar Jahren mit dieser wunderbaren Anzeige geworben:

Werbung Handwerk

 

Kassiererin, Straßenfeger, Pförtner und Maurer als sinnvolle Jobs?

 

Merken sie es?
Kein Job der Welt kann ihnen Sinn bringen. Sie selber sind der einzige, der ihrem Job Sinn geben kann. Verschwenden sie keine Zeit, sinnvolle Jobs zu suchen. Tun sie ihren Job sinnvoll. Das ist das Geheimnis!

 

4 Tipps, um Sinn in den Job zu bekommen:

1. Seien sie gut

Damit meine ich fachlich wie auch ethisch. Nehmen Sie Menschen um sich herum als Menschen wahr. Nicht nur als Kollegen. Begegnen sie ihnen auf einer tieferen Ebene. Und als Führungskraft: Betrachten sie ihre Mitarbeiter nicht nur als Menschen, nicht als Arbeitskraft. Der Satz „unsere Mitarbeiter sind unsere wichtigste Ressource“ ist entwürdigend und entmenschlichend. Gute Menschen machen den Unterschied und tragen zum Unternehmenserfolg bei!

2. Definieren sie den tiefen Grund ihres Jobs

So wie der Mauerer im obigen Beispiel nicht einfach Mauern hochzieht, sondern Gott ein Haus baut.

3. Haben sie Respekt vor ihrer Arbeit

Sagen sie niemals „ich bin nur Kassiererin“, „… nur Straßenfeger“, „…nur Pförtner“ und „…nur Maurer“. Seien sie Stolz auf ihre Arbeit. Verrichten sie sie mit Stolz und erzählen sie davon mit Stolz.

4. Als Führungskraft: Lassen sie Raum für Sinn

Unterstützen sie Zwischenmenschliches. Lassen sie zu, dass Mitarbeiter sich für mehr als ihren Zuständigkeitsbereich interessieren. Und lassen sie es zu, wenn sich Menschen ihre Persönlichkeit einbringen. Das macht sie etwas komplizierter zu führen, aber es lohnt sich. Denn ihre Mitarbeiter sind kreativ, eigenverantwortlich und engagiert. Aber vielleicht nicht mehr bei der Arbeit.

 

Also: seien sie gut!

 

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